Als Sir Roy Grounds das NGV International entwarf, wollte er mehr als nur eine Galerie zur Ausstellung von Kunst schaffen. Seine Vision war es, ein städtisches Wahrzeichen zu gestalten, in dem Besucher vom Moment ihrer Ankunft an das Gefühl einer Entdeckungsreise erleben würden. Inspiriert von den klaren Linien der modernistischen Architektur und der Pracht europäischer Palazzi schuf Grounds ein Gebäude, das zugleich monumental und einladend wirkt.
Anstelle von dekorativen Fassaden setzte er auf einfache geometrische Formen, viktorianischen Blaustein aus der Region, reflektierende Wasserspiele und eine sorgfältig durchdachte Bewegungsführung durch das Gebäude. Die Besucher gelangen von der geschäftigen Stadt durch die berühmte Wasserwand, über ruhige Innenhöfe und in die von Tageslicht durchfluteten Galerien, in denen sich die Sammlungen des Museums nach und nach offenbaren. Durch diese durchdachte Gestaltung wird die Architektur selbst zu einem Teil des Galerieerlebnisses.
Wichtige Gestaltungsprinzipien
- Monumentale Geometrie: Markante, rechteckige Formen schaffen eine zeitlose und auf den ersten Blick erkennbare Silhouette.
- Minimale Verzierung: Schlichte architektonische Linien lenken den Fokus auf Proportionen, Material und Raum.
- Viktorianischer Blaustein: Stein aus lokalen Steinbrüchen verleiht dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter und knüpft gleichzeitig an das architektonische Erbe Melbournes an.
- Gesteuerte natürliche Beleuchtung: Oberlichter und sorgfältig platzierte Fenster erhellen die öffentlichen Bereiche und schützen zugleich empfindliche Kunstwerke.
- Offener Umlauf: Geräumige Galerien und Korridore laden die Besucher dazu ein, die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden.
- Architektur und Landschaft: Gärten, Wasserspiele und Skulpturenbereiche lassen die Grenzen zwischen Innen- und Außenbereich verschwimmen.

